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11Istanbul in Bildern 0 commentsEilmeldung: Die Bilder aus Istanbul sind jetzt online http://www.flickr.com/photos/michael_kesler/sets/72157623282137093/ |
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02Ein Wochenende in IstanbulJa, ich bin wieder in Deutschland. Vorhin erst angekommen und noch voellig beeindruckt von den Bildern und dem Erlebten. Internet hatte ich ja keines, aber ich habe meine Erlebnisse lokal gespeichert gehabt und stelle die jetzt nachtraeglich online. Viel Spass Reisebericht Istanbul So, ich bin gerade in Istanbul angekommen. Irgendwie verstehe ich gerade die Visa-Verwirrung von vorhin in Stuttgart. Die Sache ist die: Ich habe ja keinen deutschen Reisepass, sondern nur einen Personalausweis. Fuers rumreisen zwischen Deutschland und den USA habe ich ja immer meinen US-Reisepass hergenommen, also warum soll ich nochmal $vielgeld ausgeben, um mir zusaetzlich nen deutschen Pass zu holen? Jedenfalls war die Frage nun ob ich, um in die Tuerkei einzureisen, einen deutschen Perso brauche oder ob ein Reisepass notwendig ist. Ich dachte mir ja letzteres, weil keine EU und so. Also habe ich mich bei der Lufthansa erkundigt gehabt, ob die bescheid wissen. Deren Aussage war, das die Tuerkei sowohl mit D als auch mit USA ein Abkommen zur visafreien Einreise hat. Bei deutschen ist das wohl sogar so, dass die (angeblich) nur mit Perso einreisen koennen und die nichtmal nen Reisepass sehen wollen. Also haben die Jungs mir empfohlen, einfach den deutschen Perso und den US-Pass mitzunehmen, als Backup. Soviel zur Vorgeschichte. Jedenfalls stand ich da nun an der Grenzkontrolle und wundere mich, das sie fast jeden Reisenden vom Zollhaeuschen zu irgendwelchen Schaltern weitergeschickt haben. Als ich an der Reihe war, zeig ich meinen Perso und Pass, der Grenzer blaettert durch und meint, das ich kein Visa habe. Auf meinen komischen Blick meint er, das man jetzt ein Visa braucht, um in die Tuerkei einzureisen. Das ist ja aber kein Problem, weil das Visa bekomme ich "da drueben". Aha. "Da drueben" angekommen frage ich verschuechtert nach einem Visa, worauf der Beamte am Schalter nur ein "20 Euro or 15 Dollar!" fuer mich uebrig hat und auf ein Schild zeigt, auf dem dieselbe Information steht. Bargeld hab ich aber nicht genug dabei, also pluendere ich den Geldautomaten (was alleine schon ein mittelschweres Drama war, aber dazu gleich mehr), komme mit 50 Tuerkischen Lira zurueck zum Schalter, worauf der nette Herr nochmal meinen Ausweis will, einen Aufkleber reinpappt und mir 15 TL rausgibt, was sich aber irgendwie nicht aufgeht, weil ein Visa ja 20 Euro oder 15 Dollar kostet, was mich alleine schon verwirrt, weil ja eigentlich 20 Dollar eher 15 Euro sind und nicht andersrum und 20 Euro knapp 41 tuerkischen Lira entsprechen, ich aber fuer das Visa nur 35 TL, also eher so knapp 18 Euro oder 13 Dollar gezahlt habe, auf meinem Visa aber widerum trotzdem der Betrag von 20 Dollar steht. Sehr verwirrend das ganze. Achja, meinen (oder irgendeinen anderen) Ausweis hat er natuerlich nicht geprueft und was ich hier vorhabe wollte er auch nicht wissen, was das Visa also nicht wirklich zum Visa macht, sondern das ganze eher so als eine Art Einreisegebuehr outet. Aber egal, ich bin "drin" und werd auch direkt von meinem "Reisefuehrer", einer ehemaligen Arbeitskollegin und Freundin, empfangen. Achja, zwei Dinge, die ich noch von der Einreise erzaehlen wollte: Die Grenzer sitzen da auch alle wie in Deutschland in ihren Buden, allerdings waren die nicht so verkrampft wie die Deutschen, sondern sassen da rum und haben sich, waehrend sie die Leute kontrolliert haben, dauernd aeusserst laut und amuesiert irgendwelche Dinge zugerufen und gelacht. Da ich kein Tuerkisch kann, weiss ich natuerlich nicht, ob die sich Witze erzaehlt haben oder ob die sich ueber die Namen ihrer "Kunden" amuesiert haben. Auf jeden Fall waren sie lustig Auch erwaehnenswert ist, das ein jeder Laden und jede Bar einen "Marktschreier" auf der Strasse hat. Man kann eigentlich nirgendwo herumlaufen, ohne permanent von irgendwelchen Leuten entweder meist auf Tuerkisch oder aber wahlweise auf englisch, deutsch, japanisch oder sonst einer Touristensprache angequatscht zu werden. Wer hier kurz stehenbleibt oder freundlich abwinken will, hat schon verloren. In der Sekunde in der man Blickkontakt aufbaut, wittert der Verkaeufer seine Chance und hechtet durch die Massen direkt zu einem, um seine Waren anzupreisen. Ich hatte ja anfangs ein schlechtes Gewissen dabei die Jungs zu ignorieren, ich will ja nicht Arschloch sein, aber nachdem ich mir angesehen habe, wie es die ganzen Tuerken machen (denn die Marktschreier machen keinen Unterschied zwischen den potentiellen Kunden, ob das ein Tourist oder ein Tuerke ist, ist denen grad egal), hatte ich den Dreh raus: Schlicht ignorieren. Macht man auf Tourist, laesst sich auf den Verkaeufer ein und versucht sich zu entschuldigen und abzuwinken das man nichts kaufen will, folgen sie dir und bequatschen dich und scheinen - meinen Eindruck nach - eher genervt wenn du weitergehst und nix kaufst. Geht man ueberhaupt nicht auf sie ein und geht unbeirrt weiter, geben die's sofort auf und versuchens beim naechsten, der den Fehler gemacht hat, kurz hinzuschauen oder gar kurz zu stocken. Bevor wir nach Hause sind, waren wir noch in einem anderen Cafe und haben tuerkischen Mokka getrunken. Also holla die Waldfee! Ich finde ja, dass das einfach nur mit etwas heissem Wasser angefeuchtetes Kaffeepulver ist. Es schmeckt nicht schlecht, aber mit dem Zeug kann man mindestens 5 Tote gleichzeitig aufwecken! Den Namen des Cafes fand ich witzig: KafeKa, was mich irgendwie vom Namen her an Karlsruhe erinnert hat Achja, bevor ich mich aufs Ohr haue, wollte ich ja noch von den Geldautomaten erzaehlen. Manchmal vergisst man ja gerne die angenehmen Vorteile, die uns die EU geschenkt hat. So brauche ich, wenn ich in Urlaub ans Meer oder nur ins benachbarte Oesterreich fahre, kein Geld mehr wechseln oder herumrechnen, wieviel meine Kohle in anderen Waehrungen wert ist. An dieses kleine Detail der Fremdwaehrung habe ich irgendwie ueberhaupt nicht gedacht, als ich hierher kam. Daher hat mich der vorhin genannte Grenzer auch direkt ins kalte Wasser geschmissen, als er seine 20 Euro fuer mein Visa wollte: Da ich kein Bargeld bei mir hatte, musste ich die Kohle am Automaten ziehen. Ich stecke meine Karte rein, manoevriere mich (da ich ja kein Wort tuerkisch spreche) durch die PIN-Eingabe und schaue auf einem Bildschirm, auf dem ich auswaehlen kann, wie viel Geld ich will. Nun stand da nicht Euro, sondern TL, wovon ich keinerlei Ahnung hab, wieviel das in unserer Waehrung ist. Weil das Menue so aehnlich aufgebaut war wie bei unseren Geldautomaten und mir 50 TL, 100 TL, 200 TL und 500 TL zur Verfuegung standen, hab ich mal frech angenommen, dass der Geldwert wohl wie bei unseren Automaten etwa 20 Euro, 50 Euro und so weiter entspricht. Wie ich danach erfahren habe, ist der Wechselkurs gaaaanz grob 2 TL = 1 EUR, also lag ich damit gar nicht so verkehrt. Ha, bin ich nicht ein Fuchs! Samstag abend. Heute war ein anstrengender, aber sehr spassiger Tag! Zuallererst stand der Besuch der blauen Moschee auf der Liste. Ich mein, da ich direkt nebenan wohne, kanns ja nicht schaden, mal schnell durchzugehen. Im Hof der Moschee lagen diverse Katzen und und eine davon fand, dass ich mit meiner Kamera wohl recht gemuetlich aussah. Jedenfalls stand die ploetzlich auf, kommt auf mich zu, huepft mir auf den Ruecken und rollt sich erstmal auf mir zusammen. Hm Die Moschee selbst war interessant anzuschauen. Wirkt von innen zwar sehr beeindruckend, aber irgendwie kleiner als von aussen. Und im Vergleich zu christlichen Kirchen erstaunlich "schmucklos". Also nicht schlecht oder langweilig oder so, beeindruckend mit Teppichen und Mosaiken ausgelegt auf dem Boden und an den Kuppeln und Gold und allem, aber halt ohne den aus "unseren" Kirchen bekannten zig Altaren und Bibelszenen. Interessant, wenn man sich so ueberlegt, wie andere Religionen funktionieren. Da faellt mir ein: Es gibt hier auch mehr Kirchen als ich erwartet habe! Danach ging es erstmal zum beruehmten Bazar, dem groessten Bazar der Welt. Man muss sich das wie ein historisches Einkaufszentrum vorstellen: Tausende "kleine" Buden und Geschaeftchen, alle zwischen einem und 10 Quadratmetern gross und mit allerlei Kruscht. Es gibt "echten" Goldschmuck, Lampen & Laempchen, Werkzeuge, Klamotten, Taschen, Elektronik (billige halt), Lederjacken, Glasperlen, Gebetszeug, und auch sonst unglaublich vielen Touristenkrempel. Es gab sogar nen Laden, da konnte man falsche Schnurrbaerte kaufen (was ich ja total grossartig fand, bedenkt man mal das Klischee mit den Tuerken und den Schnurrbaerten. Ich mein, hallo? Ich geh in die Tuerkei und kauf mir nen Schnurrbart! Schenkelklopf Als wir da so durch den Bazar gezogen sind, ist mir etwas aufgefallen, das ich gestern schon festgestellt habe: Was mich hier ja sehr fasziniert, ist die Herzlichkeit der Leute. Ich mein, natuerlich wollen die was verkaufen, klar. Aber ein paarmal ist es passiert, dass jemand mitbekommen hat, das wir uns auf deutsch unterhalten haben. Dann kamen die Leuts immer zu uns, mal in gebrochenem Deutsch, mal in perfektem Deutsch mit rheinlaendischen Akzent, und fangen an, wo wir denn herkommen und erzaehlen begeistert wo sie waren. Dann ist ploetzlich das verkaufen scheissegal und sie fragen wie es uns denn hier gefaellt, freuen sich ein Loch in den Bauch und geben Tipps, wo man unbedingt noch hinsollte und was man gesehen haben muss. Das ist nicht nur bei den Verkaeufern so, sondern auch bei manchen Leuten auf der Strasse. Istanbul ist eine Millionenstadt und dementsprechend stressig und hektisch, aber die Leute sind super offen und super nett. Ein krasser Unterschied zur deutschen "Schau mich nicht an, ich kenn dich nicht, lass mich in Ruhe"-Mentalitaet. Haette ich nicht erwartet! Irgendwann stand dann mal Mittagessen auf dem Program: Vielleicht gehts euch ja so wie mir und ihr dachtet ebenfalls, dass der Doener eine typisch "deutsche" Erfindung irgendwelcher findiger Tuerken ist, die wussten, wie die Deutschen darauf abfahren werden. Dem ist wohl nicht so, jedenfalls gibts Doener hier an jeder Ecke. Und lasst euch sagen: Geilomat, sind die lecker! Wir haben uns einen Doener fuer bombastische 2 TL reingepfiffen (das entspricht ungefaehr 1 Euro, ist aber auch schon die Luxusversion, weil Doener gibts hier bereits ab 1.50 TL) und das Ding stellt jeden ueberteuerten 4 Euro Doener in Karlsruhe in den Schatten, ohne sich dabei ueberhaupt anzustrengen! Noch was anderes ist mir heute aufgefallen: Tuerkisch erscheint mir zumindest von der Schreibweise ihrer Woerter so, als ob sie einfach alles moegliche Zeugs aus anderen Sprachen importiert haetten. Beispiele? Bitteschoen: Kuaför ist der Friseur. Der Otobüs (nur echt mit dem ü) ist ein Autobus. Tünel nennt sich die U-/Tunnelbahn (deren Name sich in der Tat vom Tunnel ableitet). Seker ist Zucker. Der Parkplatz ist Otopark, Taxis heissen Taksi. Süpermarket ist glaub ich auch selbsterklaerend, und so weiter halt Auf dem Rueckweg haben wir uns noch das Fussballstadion von Besiktas angesehen, das sehr Imposant auf einem Huegel liegt und von dessen Tribuene man, falls das Spiel scheisse ist, auch alternativ dem Treiben der Containerschiffe im Bosporus zuschauen kann. Hier wurden wir noch von einem Schuhputzer abgezockt, dem vor uns eine Schuhbuerste aus dem Koffer gefallen ist. Meine Reisefuehrerin hat die Buerste aufgehoben und ist ihm 20 Meter hinterhergerannt um sie ihm zurueckzugeben. Als Dank strahlt der er ueber beide Backen und will mir kostenlos die Schuhe putzen. Ich lehne zwar dankend ab, aber er faengt quasi an, direkt an meinen Schuhen rumzurubbeln. Naja, auch gut... Waehrend er da so rumbuerstet, faengt er an zu labern, dass das normalerweise 18 Lira kostet. Er moechte also doch schon gern Geld dafuer haben, war ja klar. Wenigstens 5 TL haette ich ihm dafuer schon gegeben (weil, das sind ja auch nur 2.50 Euro), hatte das aber nicht mehr klein und meine Reisefuehrerin auch nicht, sie hat nur noch einen 20 TL Schein in der Hand. Da schnappt sich der Hund doch kackfrech den 20er und faselt was von "danke". Da meine Begleitung tuerkisch spricht, haben die beiden ploetzlich angefangen, sich wuest gegenseitig zu beschimpfen und er gab ihr erst 2 TL zurueck (weils ja normal nur 18 kostet), danach noch nen 10er glaub und verdrueckt sich dann ganz schnell. Sauhund, der Blitz soll ihn beim scheissen treffen! Und wenn er das naechste mal seine Buerste verliert, schnapp ich sie mir und versenke sie da, wo der Bosporus am tiefsten ist! So! Anschliessend habe ich mir noch den Spass gegeben, mit der Istanbuler U-Bahn zu fahren: Die U-Bahn in Istanbul, muesst ihr wissen, heisst naemlich *trommelwirbel*: TÜNEL! Ihr wisst schon, die Tuerken und ihre Sprache mit den vielen ü's! Und dann heisst die U-Bahn, die in nem Tunnel faehrt: Tünel! Ha! Jaja, ich weiss was ihr jetzt denkt, aber ich finds total grossartig Wer schonmal hier war oder noch herkommen wird, wird das folgende bestaetigen koennen: Die Leute hier hupen staendig! An der roten Ampel wird gehupt. An der gruenen Ampel sowieso. Die Taxis hupen beim vorbeifahren und die Busse hupen, damit die Taxis platz machen. Die Polizei hupt zusaetzlich zum Heulen ihrer Sirene, damit auch alle wissen dass es dringend ist, weil sonst keiner Platz macht und bestimmt hat auch der eine oder andere Fussgaenger so ne kleine Druckluftfanfare in der Tasche. Ich habe ja zwei Theorien, warum das mit dem Gehupe so ist: Ich glaube ja, das die Hupe bei den Autos hier anders angeschlossen ist und der Hupenknopf dafuer sorgt, dass die Hupe aufhoert zu hupen, jedenfalls macht das so herum mehr Sinn als andersrum. Oder aber die Leute hupen nur, weil ihnen der Klang ihrer Hupe so gut gefaellt und sie damit voreinander angeben, so nach dem Motto: "Hey, hoer mal her, ich hab 30.000 Lira fuer dieses Auto bezahlt, klingt die Hupe nicht toll?" worauf der daneben im Auto sitzende dann meint "Ha, na und? Ich hab fuer meinen gebrauchten nur 2.000 Lira bezahlt und die Hupe fuer 100 Lira aufm Bazar gekauft und die klingt viel besser als deine!", worauf dann beide vom jeweils anderen beleidigt sind und sich dann nur noch mehr anhupen, um sich gegenseitig zu ueberzeugen, dass die eigene Hupe ja eigentlich doch besser klingt. Auch witzig fand ich, dass hier auf grossen Kreuzungen oefters mal irgendwelche Leute stehen, die zusaetzlich zu den Ampeln den recht chaotischen Verkehr regeln. Das sind dann keine Polizisten sondern wohl irgendwelche Verkehrshueter, die sich mit Trillerpfeife mitten auf die Kreuzung stellen, wild rumtrillern und versuchen den Verkehr zu regeln, dabei aber vollkommen ignoriert werden, weil es eben keine Polizisten sind und ausserdem noch Ampeln da sind. Allerdings werden die Ampeln zu diesem Zeitpunkt auch ignoriert, weil da ja ein Dude auf der Strasse steht, der den Verkehr regelt. Sicherheitshalber wird halt dann nochmal gehupt, dass die Fussgaenger oder der Dude weghypfen wenn's zu eng wird oder halt doch gebremst, falls sie das nicht tun. Hab ich schon erwaehnt, was die Tuerken hier fuer ein skurriles Voelkchen sind? Ja? Gut! Trotzdem irgendwie symphatisch Ach, eins noch: Man kennt bei uns im Fernsehen die Tuerken ja immer als erzkonservatives muslimisches Volk, bei dem keiner Schweinefleisch isst und alle Frauen nur mit Kopftuch herumrennen. Dazu sage ich nur soviel: Schweinefleisch gibts hier genauso zu kaufen, der Mitbewohner meiner Reisefuehrerin ist einem lecker Schweineschnitzel durchaus nicht abgeneigt und wisst ihr, wieviel kopftuchtragende Frauen ich heute in dieser Millionenmetropole (bewusst) gesehen habe? Vielleicht 10 oder so (abgesehen von den "aelteren" Damen, aber selbst da sieht man vielleicht eine von 10, die ein Kopftuch traegt). Denkt mal drueber nach. Inzwischen ist es zwar erst 21 Uhr (20 Uhr deutscher Zeit), aber trotzdem: Ich bin zufrieden, aber erschoepft. Wir haben vorhin ueberlegt, wie weit wir heute gewandert sind und ich wuerde schaetzen, dass wir heute um die 20 Kilometer per Pedes zurueckgelegt haben. Leider hab ich nicht dran gedacht, mein GPS mitzubringen (Crap, dann wuesste ich nicht nur, wie weit wir gelaufen sind, sondern ich haette bei der Gelegenheit gleich noch ein paar Caches heben koennen), daher werde ich das daheim auf google maps nachrechnen. Ach, uebrigens, zur Internetsituation hier: Mein Hotel hat kein Internet. Macht aber nix, denn: Ganz Istanbul hat WLan. Kostenlos. Ueberall. Der Haken an der Sache? Die WLan-Karte in meinem Laptop ist kaputt. *heul*. Naja, egal. Mein Plan fuer den verbleibenden Abend schaut so aus: Diesen Bericht fertig schreiben, duschen, noch ein bissl Fernsehen und dann pennen. Ich bin gespannt, von was ich heute Nacht traeumen werde, wenn mein Unterbewusstsein diese Unmengen neuer Eindruecke des heutigen Tages verarbeitet. Apropos Fernsehen: Die 2 deutschsprachigen Sender hier (RTL und Sat1) sind wohl schweizer Sender. Zwar kommt der selbe normal deutschsprachige Scheiss wie bei uns auch, aber in der Werbung zeigen sie dauernd irgendwelche Internetadressen mit .ch am Ende und ausserdem verstehe ich kein Wort von dem, was die da labern. So, jetzt aber genug fuer jetzt. Bis morgen So, Sonntag & letzter richtiger Tag hier in Istanbul. Bis jetzt bin ich ja hellauf begeistert, mal schauen ob man das heute noch toppen kann. Das "spaet" aufstehen um 10 Uhr raecht sich: Kein warmes Wasser mehr da, das heisst also kalt duschen. Brrr. In Asien sind wir zur Abwechslung mal am der Kaimauer entlang um den Stadtteil herumgelaufen und haben uns wieder in dem netten Cafe niedergelassen, das wir schon gestern besucht haben. Hier ist's aber auch lecker Achja, ich hatte dann heute auch mein erstes mal "Busfahren" in Istanbul. Ich war ja fast ein bisschen aufgeregt, aber meine Reisefuehrerin meinte nur "Busfahren ist harmlos". Klingt ein wenig nach beruehmten letzten Worten, aber ich wage es trotzdem. Zur Belohnung war's dann auch wirklich ganz harmlos, aber dafuer standen wir erstmal ne halbe oder dreiviertel Stunde im Stau. Inzwischen lerne ich auch, dass das mit den Bushaltestellen hier wohl auch nicht so eng gesehen wird: Wenn man irgendwo aussteigen will, plaerrt man halt kurz irgendwas zum Busfahrer, der dann stoppt und die Tuer aufmacht. Will man mit dem Bus mitfahren, stellt man sich eigentlich an eine Bushaltestelle und wartet - aber auch das wird nicht so eng gesehen, weil man kann auch einfach irgendwo stehen und dem Bus zuwinken, dann haelt der halt auch da und nimmt einen mit. Apropos Bus: Fuer den Nahverkehr hier gibts keine Tickets, sondern die haben so einen Transponder, den man auflaedt und dann pro Fahrt an das Lesegeraet haelt und dann jedesmal 0.75 TL oder so abgezogen werden, waehrend es lustig piepst. Allerdings habe ich irgendwie noch nicht herausgefunden, was die Piepserei zu bedeuten hat, denn manchmal piepst es einmal "pieppiep", manchmal zweimal "piepiep-pieppiep" und manchmal macht es einfach nur "tueteltuet". Inzwischen haben wir den Bus verlassen, da wir die ganze Zeit von Fussgaengern ueberholt wurden und beschlossen haben, dass wir per Pedes schneller sind. Unter anderem sind wir dann unter der Bosporus-Bruecke durchgelaufen und ich habe festgestellt, dass das Ding beeindruckend ist. Also ich meine, so richtig! Ich stelle mal wieder fest, dass die Gegend sich wieder schlagartig veraendert hat und beobachte die Leute, die hier in Rudeln an der Kaimauer stehen und Angeln. Dabei sieht man uebrigens sowohl Maennlein als auch Weiblein an der Angelrute, ist also nicht nur so, dass da nur Typen rumstehen. Man kann von hier uebrigens auch die Stroemung im Bosporus sehen, es bilden sich lauter Strudel und es blubbert und macht und tut in der Meerenge. Ich fotografiere weiterhin fleissig das, was ich so sehe und mir faellt auf, dass es hier jede Menge abgebrannte Haeuser gibt. Da es hier viele Holzbauten hat, ist bei einem Feuer leider recht schnell das Haus weg. Dadurch dass man viele abgebrannte Haeuser sieht, koennte man auf den Gedanken kommen, dass es hier alle Nase lang brennt, aber das ist wohl nicht so, sondern die abgebrannten Ruinen bleiben scheinbar einfach stehen, bis irgendjemand sie kauft, abreisst und was neues draufbaut, statt sie - wie bei uns gewohnt - direkt nieder zu machen. Eine Stunde spaeter oder so schlagen wir bei Starbucks auf, was zwar eigentlich fuer einen Tuerkeiurlaub etwas untypisch ist, aber die haben eine Terrasse, die ein paar Meter in den Bosporus reinragt und wir wollen diese Aussicht geniessen. Als die Daemmerung einsetzt, sieht man auf allen Huegeln, so weit man sehen kann, tausende und abertausende Lichter angehen. Dazu die ganzen Boote auf dem Bosporus, das Licht auf den Wolken, hach, ich kanns ja gar nicht beschreiben. Ich fange an, Bilder zu machen und knie mich dazu am Rand der Terrasse hin, was direkt mal nen "Security"-Typen auf den Plan ruft, der mich da nur von hinten hat knien sehen und dachte, dass mir schlecht ist und ich da in den Bosporus kueble, aber das konnte ich natuerlich schnell aufklaeren. Uebrigens sprechen die meisten Tuerken hier ganz hervorragendes Englisch! Also richtig sauberes, verstaendliches British Englisch! Da koennen sich die Italiener, Franzosen, Spanier und natuerlich die Deutschen ne dicke Scheibe von abschneiden! Wir haben eigentlich noch einen Burgbesuch auf dem Plan stehen, verwerfen das aber, als wir von einem kleineren Wolkenbruechlein ueberrascht werden. Also schnappen wir uns den Bus zurueck ins Zentrum und ich finde heraus, dass die Busfahrer - wenn nicht gerade Stau herrscht - doch recht fies fahren, was aber kein Problem ist, da ich mich festhalte, waehrend ich aus dem Fenster heraus dabei zuschaue, wie mein eh schon wild fahrender Bus noch wilder von Taxis ueberholt wird. In dem Bus wurden wir dann uebrigens noch von einem Typen angesprochen, ob wir Deutsch seien und woher wir denn kommen. Auf meine Antwort "Karlsruhe" faengt er zu strahlen an und erzaehlt mir, dass er ebenda in der Durlacher Allee gewohnt hat und faengt an mir von der Karlsruher Pyramide und der Kaiserstrasse zu erzaehlen. Klein ist die Welt Auf dem Heimweg haben wir uebrigens einen Verkehrsunfall gesehen. Der war ziemlich bezeichnend fuer die Mentalitaet hier: Ein Auto kann nicht rechtzeitig bremsen und faehrt nem anderen Auto drauf. Beide steigen aus, gucken kurz, schimpfen, stellen fest dass ausser ein bissl Blechschaden ja nix passiert ist, beschimpfen sich weiter, steigen wieder in die Autos und fahren weiter. Gut, das war kein wilder Unfall, die Stossstangen haben wohl das meiste geschluckt und sonst war das Heck bzw die der Kuehlergrill ein bissl angedetscht (zumindest habe ich, als die an uns vorbeigefahren sind, nichts groesseres gesehen), aber trotzdem haetten deutsche Autofahrer bei sowas wohl erstmal die Strasse blockiert und die Polizei gerufen. Da faellt mir uebrigens ein, das wir gestern in einem Club, in dem der Vermieter/Mitbewohner meiner Reisefuehrerin als DJ arbeitet, haetten vorbeischauen koennen, denn er hat uns eingeladen. Leider hat uns die Einladung nicht rechtzeitig erreicht, denn ich waere ja schon gern hin, aber andererseits war ich eh total hinueber, von daher war's schon gut, dass wir nicht hin sind. Falls er das lesen sollte: Sorry, dann halt naechstes mal Inzwischen bin ich wieder in meinem Hotelzimmer, habe meine Sachen fuer den Heimflug morgen gepackt und den Urlaubsbericht fertig geschrieben. Ich habe inzwischen ausgerechnet, welchen Weg wir in den letzten 3 Tagen zu Fuss zurueckgelegt haben: Wir sind in den letzten 72 Stunden die laecherliche Strecke von gerade mal 62 Kilometer gelaufen. Haette mir vor dem Urlaub jemand angedroht, dass ich am Wochenende nen Gewaltmarsch laufen werde, haette ich wohl bereits daheim das Handtuch geworfen. Aber wie gesagt, es war ein toller Urlaub und irgendwie haben wir durch die ganzen Erlebnisse gar nicht realisiert, wie weit man gelaufen ist. Aber >60 Kilometer ist schon ne Hausnummer. Ich melde mich jetzt mal zur Fremdenlegion, den Capi Blanc Marsch laufe ich denen doch freihaendig, auf einer Backe ab. Beim Auschecken hat mir mein Hotelier noch angeboten, mich zum Flughafen zu fahren, bzw dass mich ein Unternehmen, mit denen die wohl zusammenarbeiten, faehrt. Normalerweise kostet das zwar 200.- Euro, aber da ich ein Hotelgast bin, wuerde mich das nur 60.- Euro kosten. Ich versuche gar nicht erst zu handeln, weil ich - wie bei der Anreise schon - mit der Strassenbahn zum Flughafen fahre. Auf dem Weg zur Haltestelle laufe ich noch an einem Taxiunternehmen vorbei und sehe am Schaufenster die Info dass die taeglich alle 2 Stunden von und zum Flughafen fahren, und man dafuer pro Person schlappe 4 (in Worten: Vier) Tuerkische Lira, umgerechnet 2 Euro, hinlegt. Harr! Der Heimflug war dann auch noch abenteuerlich: Zuerstmal bin ich knapp eineinhalb Stunden verspaetet losgeflogen, weil der Flieger verspaetet ankam und wir dann warten mussten bis ein Slot frei war und in Zuerich war dann auch noch Schneesturm angesagt. Irgendwie ist es ein seltsames Gefuehl, wenn man beim Landeanflug aus dem Fenster schaut und vor lauter Schneesturm nichtmal das Ende des Fluegels sieht. Abgerundet wurde das dann von einer Landung, bei welcher der Pilot die Kiste so dermassen auf die Landebahn geschmissen hat, dass direkt einige von den Overhead Bins aufgesprungen sind. Huiuiui. Beim Aussteigen aus dem Flugzeug standen die Piloten dann auch nicht, wie sonst ueblich, mit den Flugbegleitern am Ausgang um sich zu verabschieden, sondern die Cockpittuer blieb verschlossen und die Piloten haben sich nicht blicken lassen. Hatten wohl keinen Bock auf bloede Kommentare Wenn ich jetzt auf diesen Kurzurlaub zurueckblicke, muss ich sagen, dass er sich voll gelohnt hat. Istanbul rockt mal ganz derbe. Eigentlich ist es schade, dass es zwar so viele faszinierende Orte auf der Welt gibt, man die meisten aber wohl nie zu sehen bekommen wird, weil man schlicht nicht hinkommt, weil einen nichts hintreibt. Wuerde nicht meine Reisefuehrerin hier leben, haette ich wohl nie irgendeine Motivation gehabt, nach Istanbul zu kommen, weils halt eigentlich so gar nicht meinem Urlaubsvorlieben entspricht. Und im nachhinein muss ich sagen, dass es schade gewesen waere, waere ich nicht nach Istanbul geflogen, da ich definitiv etwas verpasst haette. Anyway, genug Gedanken, die Kurzfassung nochmal: Istanbul rockt & der Besuch hat sich gelohnt Die ganzen Bilder kommen warscheinlich morgen oder uebermorgen online. Ist nur viel zu tun, mit sichten und Panoramas zusammenstitchen |
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29Trip ReportMoin Kinners! Ich berichte hier mehr oder weniger live von meiner Reise nach Istanbul. Den Artikel ab und an reloaden, weil Updates 5:30 - Wecker. Args. Ich bin zum fruehaufstehen einfach nicht gemacht. Zum Glueck kann ich im Zug weiterpennen. 08:15 - Durch den wohl invasivsten Securitycheck aller Zeiten am Stuttgarter Flughafen gewunken worden. Ganz grosses Rundumprogramm, inklusive abgetrennter Kabine, mit Hose aufmachen und nem Security, der den Bund meiner Unterwaesche abfuehlt. Gehts noch? Das letzte mal hatte ich das bei meiner Musterung und da wars wenigstens ne Aerztin! 08:30 - Am Presseladen ne BILD Zeitung gekauft, um auf dem ersten 30 Minuten Huepfer nach Muenchen was zu lesen zu haben. Bombastische 60 cent gezahlt, nur um 2 Minuten spaeter festzustellen, dass die am Gate umsonst ausliegt. Hmpf. 10:25 - In Muenchen angekommen. Money Quotes des Piloten: "Wie Sie gemerkt haben, haben wir den Flughafen Muenchen nicht nur gefunden, sondern auch getroffen. Da ich deutlich besser fliege als fahre, bleiben Sie bitte angeschnallt, bis wir das Gate erreicht haben". 10:45 - Boarding fuer Istanbul. Naechstes Update gibt's vielleicht heut abend. Falls nicht: Keine Panik, dann hab ich nur kein Netzwerk im Hotelzimmer |
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28Huch, Urlaub!Jaja, eigentlich hab ich meinen Kurzurlaub schon seit vier Wochen geplant. Der Resturlaub will verbraten werden, also fliege ich mal irgendwohin, wo ich noch nie war. Japan war mir fuer ein verlaengertes Wochenende doch etwas zu weit, daher bleib ich doch so ganz grob im europaeischen Raum und fliege nach Istanbul. Trotzdem kam der Urlaub wieder mal so ueberraschend, das ich bislang noch gar nix gemacht hab. Heut abend nach Feierabend also Rucksack packen und bei der Gelegenheit gleich nochmal die Wohnung ein bisschen aufraeumen, bevor es morgen frueh um 6 Uhr losgeht. Ich schau mal, ob ich mich von da unten melden kann. Mein Hotel hat zwar Internet, aber mein Laptop kein wlan :/. Falls es nichts wird: Ich bin Dienstag wieder zurueck. Bis denn! |
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